Installation und Konfiguration von FreeNAS unter ESXi

Wer zu Hause auf den Einsatz eines NAS nicht verzichten möchte und keine Lust hat viel Geld für Synology und Co auszugeben, dem empfehle ich FreeNAS. Das System steckt voller Features und kann längst mit den kostenpflichtigen NAS Systemen da draußen mithalten.

Die Installation und Konfiguration von FreeNAS unter ESXi wollen wir uns deshalb hier mal ein wenig genauer anschauen. Ich selber nutze FreeNAS Corral zu Hause, werde hier aber die Installation und Konfiguration von FreeNAS 9.10.3 beschreiben. Das „Corral Projekt“ von FreeNAS ist leider nicht mehr so zukunftssicher, da der Projektmanager seinen Hut gezogen hat und die ein oder andere Schwachstelle in dem Code bekannt wurde.

Ich installiere das System unter VMware ESXi, da ich dort die Möglichkeit habe, vor Updates oder bei Bedarf Snapshots zu erstellen und nebenbei weitere Systeme auf der Hardware laufen zu lassen. In meinem Fall dient mein alter Desktop PC als Server, welcher gerade durch ein Lenovo X1 Carbon 2017 + Akitio Node 3 eGPU  abgelöst wurde.
In dem System sind verbaut ein Xeon E3 1231 v3 / 24GB RAM / 2 512 SATA SSD Samsung EVO / 2 USB 3 1TB Platten.
Wichtig hierbei ist eigentlich nur, dass für das FreeNAS mindestens 4GB RAM zur Verfügung stehen. Es geht auch mit weniger, vom Hersteller werden jedoch 4GB empfohlen.

1. Installation

Auf die Installation des VMware ESXi gehe ich hier bewusst nicht ein, da diese relativ „straight forward“ ist. USB Stick einlegen -> next, next, next, fertisch!

Bei der Erstellung der VM gilt es zu beachten, dass als Gastbetriebssystemfamilie „Andere“ gewählt wird und als Version FreeBSD (64-Bit).

Wieviel Speicher ihr dem System zuweist, bleibt euch überlassen. In meinem Setup dienen die USB Platten als Speicher Pool sowie eine Cache Partition, um das System ein wenig zu beschleunigen. Diese habe ich auf einem der Datastores des ESXi angelegt.

Bei der CPU empfehle ich die Option „Hardwarevirtualisierung“ zu setzen, da diese später für die Integration von Docker erforderlich ist.

Als CD-Laufwerk geben wir die Datenspeicher-ISO-Datei an, welche wir unter folgendem Link heruntergeladen haben.

Nach dem Start der VM werden wir von dem Installationsmenü von FreeNAS 9.10.2 begrüßt:

Hier wählen wir den Punkt „Install/Upgrade“. Solltet ihr weniger als 4GB RAM für das System bereitgestellt haben, erscheint folgende Meldung

Je nachdem was wir mit dem NAS vor haben, reicht aber auch weniger RAM aus. Wenn da nur Dateien gespeichert werden sollen, ist 4GB vollkommen übertrieben. Es handelt sich am Ende des Tages ja nur um ein NAS. Solltet ihr aber Docker Container + VMs laufen lassen wollen, sind 4 GB Minimum natürlich nötig.

Bei der Auswahl der Festplatten wählt ihr zunächst die Partition / Platte aus, auf der das Grundsystem installiert werden soll. Die weiteren Platten für den Datenspeicher werden später im Webinterface hinzugefügt.

Noch ein root PW vergeben sowie Bootmethode wählen und los geht die Installation.

Nach Abschluss der Installation werden wir aufgefordert das System neu zu starten. Gesagt getan! Ich empfehle hier das System herunterzufahren und die Installationsquelle zu entfernen.

Wenn das System wieder gestartet ist, bekommt ihr angezeigt, unter welcher IP ihr das Webinterface erreichen könnt. Dort dann mit dem vorher vergebenen root PW anmelden.

2. Konfiguration

Bei der ersten Anmeldung am Webinterface werdet ihr nach Sprache / Keymap / Timezone gefragt. Die Angaben könnt ihr dann nach eurem Belieben vergeben.

Der nächste Punkt ist die „Pool“ Konfiguration

Hier könnt ihr je nach Szenario die Aufteilung eurer Festplatten verwalten. Wenn ein Punkt ausgewählt wird, wird der entsprechende freie Speicher auch direkt angezeigt. Ich empfehle: Gut durchlesen, was was ist! Für unentschlossene ist der „Automatic Modus“ die beste Wahl.

Als nächstes werden wir nach einem „Directory Service“ gefragt. Solltet ihr keinen haben (AD / LDAP), kann der Punkt mit „Next“ übersprungen werden. Im weiteren Verlauf soll ein Share erstellt sowie die E-Mail Services eingerichtet werden. Ich breche den Wizard an dieser Stelle ab, da wir zuerst das Update machen, um an weitere Funktionen zu kommen.

Den Punkt Update findet ihr unter System / Update. Dort wählen wir den Punkt FreeNAS-11-Stable. Ich empfehle noch einen Snapshot zu erstellen, damit ihr von hier aus die Möglichkeit habt verschiedene Versionen des System testen zu können.
Ist dies getan, können wir auf die Fertigstellung des Updates warten. Das dauert…..

Update fertig. NAS rebootet. System wieder online. Es sollten alle Funktionen inkl. VMs verfügbar sein. Nun können wir uns um die Konfiguration der Shares sowie verschiedener anderer Services kümmern.

Auf die Konfiguration der verschiedenen Freigaben werde ich hier nicht näher eingehen, da hier jeder andere Präferenzen hat. Worauf ich allerdings eingehen möchte, ist die Installation von Plugins und der damit verbundenen Speicherverwaltung.
Um ein Plugin zu installieren, wählen wir einfach den entsprechenden Menüpunkt aus. Dort wird uns eine Liste mit verfügbaren Plugins angezeigt.

Jedes Plugin wird in einem Jail Environment installiert. Dies erhöht die Sicherheit des Systems, da es „Angreifern“ nicht möglich ist aus ihrem Jail auszubrechen.
Das Problem was für uns damit auftritt, ist dass der restliche Systemspeicher auch außerhalb des Jails liegt. Die Jails werden in der Regel unter unserem standard Volume installiert. Zur Veranschaulichung: Wir haben einen PLEX Media Server installiert und möchten damit auf eine Freigabe außerhalb unseres Jails zugreifen. Dafür muss der jeweilige Ordner als „Laufwerk“ dem Jail PLEX zugeordnet werden. Den Punkt findet ihr, wenn ihr im Menü auf Jails -> Storage klickt.

 

 

 

 

 

 

Hier können die jeweiligen Pfade dem Jail zugeordnet werden. Dies macht die allgemeine Verwaltung von Speicherorten um einiges einfacher. Plugins können einfach installiert und deinstalliert werden und man muss nicht darauf achten, welche Dateien eventuell in dem jeweiligen Plugin gespeichert wurden.

3. Fazit

Alles in allem macht FreeNAS 11 einen guten und aufgeräumten Eindruck. Das System funktioniert ohne Probleme und ist somit auch für Linux/Unix Anfänger sehr zu empfehlen. An mancher Stelle nervt es noch ein wenig, da z.B. bei mir das Syncthing Plugin von Zeit zu Zeit abstürzt und es nicht ersichtlich ist, woran es liegt.

Woran dringend mal etwas getan werden müsste, ist das Interface. Das hier ist Corral, welches verworfen wurde……

 

 

 

 

 

 

 

 

Da kann die aktuelle Oberfläche leider nicht mithalten. Diese erinnert eher an eine Anwendung aus dem Jahre 2005.

Mir fehlt ansonsten noch die Integration von Docker anstelle der Jails. Dies soll aber in einem der nächsten Updates nachgerüstet werden. Ob es die Jails ersetzt, kann ich nicht sagen. Die Plugins wird es aber in jedem Fall ablösen!

Solltet Ihr weitere Fragen haben hinterlasst einen Kommentar.

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